Besonderheiten und Raritäten

Neben den zahlreichen modernen Kunststoff-Flugzeugen die in Bartholomä stationiert sind, befinden sich am Platz auch einige Unikate und besondere Raritäten. Zum einen sind dabei die noch fliegenden Prototypen der Akademischen Fliegergruppe Stuttgart zu nennen, zum anderen sind eine ganze Hand voll seltener Oldtimer auf dem Amalienhof beheimatet.

Nachfolgend ein Überblick über die interessantesten Exemplare:


Prototypen

fs25 Cuervofs 25 „Cuervo“

Das zierliche Flugzeug mit der Kennung D-8141 ist der älteste noch fliegende Prototyp der Stuttgarter Akaflieg. Der 15m spannende Einsitzer flog 1968 zum ersten Mal und wurde auf höchste Leistung bei gleichzeitig geringstem Gewicht hin optimiert (Rüstgewicht nur 155kg!). Auch heute wird die „25“ noch gerne für Leistungsflüge genutzt.

 

fs31

fs 31

Der Kunststoff-Doppelsitzer ist bis heute das Schulungsflugzeug der Akaflieg Stuttgart. Besonderheit dieses Einzelstücks ist das innovative Cockpit mit besonders hoher Insassensicherheit. Mittlerweile hat die D-1131 zehntausende Starts absolviert und unzählige Flugstunden gesammelt und ist damit zweifelsohne der meistgeflogene Akaflieg-Prototyp.

 

fs 33 „Gavilán“fs33

Der Hochleistungsdoppelsitzer ist ebenfalls eine Akaflieg-Konstruktion. Beim Rumpf wurde auf das bewährte Cockpit der fs 31 zurückgegriffen, die Tragflügel hingegen sind eine komplette Neuentwicklung mit Wölbklappen. Das Einzelstück D-9733 wird hauptsächlich für große Überlandflüge genutzt.

 

 

Icaré 2

Der Icaré 2 ist ein Entwurf desimg_6049_1_k Instituts für Flugzeugbau an der Universität Stuttgart, der 1996 anlässlich des Berblinger Flugwettbewerbs (Gedenkveranstaltung für den „Schneider von Ulm“ zur Innovationsförderung in der Luftfahrt) konstruiert wurde. Die Besonderheit stellt der innovative Elektroantrieb dar, der von gut 20m² Solarzellen mit Energie versorgt wird. Nachdem der innovative Flieger zahlreiche Preise für seine Flugleistungen erhalten konnte, wurde es in den letzten Jahren ruhig um den Rekord-Elektrosegler. Dank dem Einsatz von Werner „micro“ Scholz von der Akaflieg Stuttgart hebt das Unikat seit 2009 von Bartholomä aus ab.

 

Oldtimer

Ka 4 „Rhönlerche II“

Die „Lerche“ war in den 1960erKa 4 "Rhönlerche II" und 1970er Jahren DAS Standard-Schulflugzeug in den Segelflugvereinen. Nahezu jeder Flugschüler durfte in jenen Jahren seine ersten Flüge mit einem solchen Muster machen.

Die in Bartholomä beheimatet Lerche stammt ursprünglich vom Hornberg und ist eines von noch etwa 25 flugfähigen Exemplaren im Bundesgebiet. Bekannt wurde die D-8330 mit dem Taufnamen „Wolf Hirth“ durch zahlreiche große Überlandflüge von teils mehr als 300km mit Fluglehrer-Urgestein Heinz Gromann am Steuer.

 

Spatz A

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer kleine Flieger (Spannweite nur 13,20m) aus der Feder von Konstrukteur Egon Scheibe war der erste bezahlbare Leistungseinsitzer deutschen Ursprungs in der Nachkriegszeit. Mit dem stoffbespannten Stahlrohrrumpf und den leichten Holztragflächen ist der Spatz ein wahres Ultraleicht-Segelflugzeug, das auch bei geringster Thermik oben bleibt (Rüstgewicht nur ca. 130kg!).

Der in Bartholomä stationierte D-9003 ist eine von noch etwa fünf flugfähigen Maschinen in Deutschland und befindet sich frisch restauriert in Bestzustand.

 

Spatz BSpatz B

Der Spatz B ist im Wesentlichen eine verstärkte Ausführung des Spatz A. Der D-1839 wurde nach einem schweren Unfall in den 1960er Jahren komplett umgebaut. Die zahlreichen Modifikationen (z.B. aerodynamisch verbesserter Rumpf, verkürzte Querruder) machen das „Salzmännle“ zu einem absoluten Unikat.

 

K 8B

K 8B mit CabriohaubeAbsolut harmlose Flugeigenschaften kombiniert mit einer ausgewogenen Ruderabstimmung zeichnen die K 8 der Firma Schleicher aus und machen sie zu einem idalen Anfängerflugzeug. Dank der geringen Flächenbelastung steigt der Einsitzer auch in schwächster Thermik den meisten modernen Fliegern davon. Die D-1011 in Bartholomä (Baujahr 1967) bietet dank Cabrio-Haube auch an heißen Sommertagen jede Menge Flugspaß!

 

Schulgleiter SG 38Schulgleiter SG 38

Das wohl meistgebaute Segelflugzeug überhaupt (ca. 10.000 Stück) wurde ab 1938 für die Ausbildung von Piloten eingesetzt. Von den ersten Rutschern am Gummiseil angefangen bis hin zu den ersten 60-Sekundenflügen am Schulungshang war der SG ein treuer Begleiter für tausende Flugschüler bis in die 1950er Jahre. Der D-7038 des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands ist ein Nachbau von 1999 und besitzt neben der Zulassung für Gummiseil- und Windenstarts auch eine Flugzeugschlepp-Zulassung. Der SG 38 ist zwar nicht in Bartholomä stationiert, aber seit Jahren regelmäßig zu Gast.

 

Bergfalke II/55

Das doppelsitzige Schul- und Leistungsflugzeug in Gemischtbauweise war in den 1960er jahren auf vielen Flugplätzen in der Bundesrepublik anzutreffen. Ähnlich wie beim Spatz ist die Konstruktion bewusst einfach und robust gehalten.

Der D-5240 ist eines von gut 30 flugfähigen Exemplaren in der BRD.